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Impfungen für Japan: Gesund reisen ins Land der aufgehenden Sonne

Impfungen für Japan: Gesund reisen ins Land der aufgehenden Sonne

Japan ist eines der beliebtesten Reiseziele der Welt und im Vergleich zu vielen anderen Fernreisezielen ein Land mit vergleichsweise geringen Gesundheitsrisiken. Dennoch lohnt es sich, den Impfschutz vor der Reise zu prüfen und spezifische Risiken zu kennen – besonders wenn ländliche Regionen oder längere Aufenthalte geplant sind.

Dieser Artikel fasst die aktuellen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (STIKO), der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) und des Auswärtigen Amtes zusammen (Stand: Mai 2026).

Fuji mit Kirschblüten im Vordergrund Foto: Unsplash

Einreisebestimmungen und Pflichtimpfungen

Für die Einreise nach Japan aus Deutschland bestehen keine vorgeschriebenen Impfungen. Auch eine Gelbfieberimpfung ist nicht erforderlich, da Japan kein Gelbfiebergebiet ist und auch keine Einreise aus Endemiegebieten vorausgesetzt wird. Für EU-Bürger und Inhaber eines deutschen Reisepasses gilt eine Visafreiheit für Aufenthalte bis zu 90 Tagen innerhalb von 180 Tagen.

Wichtig: Seit 2023 ist der Eintrag in das Visit Japan Web-System empfohlen, auch wenn er nicht verpflichtend ist. Einige Grenzkontrollen fragen nach digitalen Einreisedokumenten.

Standardimpfungen auf den neuesten Stand bringen

Auch für Japan gilt: Zunächst den Basis-Impfschutz nach dem STIKO-Kalender prüfen. Das wird häufig vernachlässigt, ist aber genauso wichtig wie reisespezifische Impfungen.

  • Tetanus / Diphtherie / Pertussis – Auffrischung alle zehn Jahre
  • Poliomyelitis – vollständiger Schutz, ggf. Auffrischung
  • Masern / Mumps / Röteln – zwei Impfdosen für alle Erwachsenen, die nicht eindeutig immun sind
  • Influenza – besonders sinnvoll bei Reise in der Grippesaison (Oktober bis April)

Empfohlene Reiseimpfungen für Japan

Impfung Empfehlung Hinweise
Hepatitis A empfohlen trotz guter Infrastruktur: Übertragung über Lebensmittel möglich; Impfung bietet hohen Schutz
Hepatitis B Langzeitreisende, medizinisches Personal Übertragung über Blut und Körperflüssigkeiten
Japanische Enzephalitis ländliche Gebiete, Reisedauer über 4 Wochen endemisch in Teilen Japans; durch Mücken übertragen; Risiko vor allem in der Regenzeit

Typhus, Tollwut und Malaria spielen für Standardreisen nach Japan (Tokio, Osaka, Kyoto, Hiroshima, Hokkaido) praktisch keine Rolle. Das Risiko für Reisedurchfall ist deutlich geringer als in Südostasien – Japan hat eine der besten Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene weltweit.

Japanische Enzephalitis: Wer ist gefährdet?

Die Japanische Enzephalitis (JE) ist eine durch Mücken übertragene Viruserkrankung, die in Japan endemisch ist – jedoch mit stark geografischer und saisonaler Variation. Das Risiko ist für Kurzzeitreisende in Städten sehr gering. Relevant wird es bei:

  • Aufenthalten von mehr als vier Wochen in ländlichen Gebieten
  • Übernachtungen in der Nähe von Reisfeldern oder Schweinehaltung
  • Reisen in die ländlichen Regionen während der Regenzeit (Mai bis Oktober)

Das Virus wird ausschließlich durch Stechmücken übertragen – nicht von Mensch zu Mensch. Die Impfung (zwei Dosen im Abstand von vier Wochen) bietet guten Schutz und ist für die genannten Risikogruppen empfohlen.

Mückenschutz und Dengue

Dengue und Zika sind in Japan äußerst selten und für Touristen in Standarddestinationen kein nennenswertes Risiko. 2014 gab es einen lokalen Dengue-Ausbruch in Tokyo – seither wurden solche Ereignisse jedoch sehr schnell eingedämmt. Ein konsequenter Mückenschutz ist dennoch sinnvoll, besonders in der Sommerhitze und auf dem Land.

Medizinische Versorgung in Japan

Die medizinische Versorgung in Japan ist exzellent – besonders in den Großstädten gibt es gut ausgestattete Kliniken mit internationalem Standard. Allerdings gibt es einige praktische Besonderheiten:

  • Sprachbarriere: Englischsprachiges medizinisches Personal ist in Japan außerhalb großer Städte selten. Wichtige Dokumente und Informationen auf Englisch dabeizuhaben ist wichtig.
  • Bargeld: Viele Arztpraxen und Kliniken akzeptieren keine Kreditkarten; Bargeld ist in Japan generell wichtiger als in Europa.
  • Rezeptpflicht: Viele in Deutschland rezeptfreie Medikamente sind in Japan rezeptpflichtig oder nicht erhältlich. Ausreichend Vorrat der eigenen Medikamente mitführen.
  • Psychopharmaka und ADHS-Medikamente: Einige in Deutschland übliche Medikamente – darunter Ritalin (Methylphenidat) – sind in Japan streng reguliert oder verboten. Vor Einreise unbedingt prüfen und ggf. Alternativen mit dem Arzt besprechen.

Reiseapotheke für Japan

Für Japan empfiehlt sich eine Basisreiseapotheke, ähnlich wie für Reisen innerhalb Europas – ergänzt um:

  • Mittel gegen Magenverstimmung und Übelkeit (Reisekrankheit, besonders auf Zügen durch Bergregionen)
  • Antihistaminikum (Heuschnupfen-Saison im Frühjahr ist in Japan ausgeprägt; Cedernpollen betrifft viele Reisende)
  • Sonnenschutzmittel mit hohem LSF – besonders im Sommer und in Bergregionen

Impfpass und Dokumente griffbereit halten

Auch in einem Land wie Japan mit niedriger Infektionskrankheitslast gilt: Im medizinischen Notfall zählt jede Minute. Wer seinen Impfstatus, seine Medikamentenliste und seine Krankenversicherungsdaten offline verfügbar hat, spart wertvolle Zeit. Die App Journai bündelt diese Informationen sicher und ohne Internetverbindung – und zeigt im Notfall die nächste Klinik auf der Karte.

Fazit

Japan ist ein einsteigerfreundliches Reiseziel mit niedrigem Gesundheitsrisiko. Im Vordergrund stehen ein vollständiger Standardimpfschutz und – je nach Reisestil – die Hepatitis-A-Impfung. Die Japanische Enzephalitis ist nur für Langzeitreisende in ländlichen Gebieten relevant. Wer sich um die Sprachbarriere und seine Medikamentenversorgung vor der Abreise kümmert, ist für die meisten Situationen gut vorbereitet.


Quellen

Stand: Mai 2026. Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amtes sowie eine individuelle reisemedizinische Beratung.