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Dengue-Fieber: Was Reisende wissen müssen

Dengue-Fieber: Was Reisende wissen müssen

Dengue-Fieber ist weltweit auf dem Vormarsch. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben sich die gemeldeten Fälle in den letzten zwanzig Jahren fast verzehnfacht; 2024 wurden global über 13 Millionen Fälle erfasst – ein historischer Höchststand. Besonders betroffen sind Südostasien, Lateinamerika und Teile Afrikas. Für Reisende aus Deutschland ist Dengue-Fieber mittlerweile eine der häufigsten reisebedingten Infektionskrankheiten, die nach der Rückkehr diagnostiziert wird.

Aedes-Mücke sticht in menschliche Haut Foto: Unsplash

Was ist Dengue-Fieber?

Dengue-Fieber wird durch das Dengue-Virus verursacht, das vier verschiedene Serotypen hat (DENV-1 bis DENV-4). Es wird ausschließlich durch den Stich der Aedes-Mücke übertragen – hauptsächlich Aedes aegypti, in geringerem Maß Aedes albopictus. Das Virus wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen.

Eine Besonderheit: Eine überstandene Infektion mit einem Serotyp hinterlässt zwar eine lebenslange Immunität gegen diesen Serotyp, schützt aber nicht zuverlässig gegen die anderen drei. Eine Zweitinfektion mit einem anderen Serotyp verläuft statistisch häufiger schwer – dies ist der Hauptgrund, warum Dengue-Impfstoffe bei Personen ohne Vorexposition nicht empfohlen werden.

Wo ist Dengue-Fieber verbreitet?

Dengue tritt in mehr als 130 Ländern auf, vor allem in tropischen und subtropischen Regionen:

  • Südostasien: Thailand, Vietnam, Indonesien (inkl. Bali), Malaysia, Philippinen, Kambodscha, Myanmar
  • Südasien: Indien, Sri Lanka, Bangladesch, Pakistan
  • Lateinamerika: Brasilien, Kolumbien, Mexiko, Argentinien, fast alle karibischen Inseln
  • Afrika: Kenia, Tansania, Äthiopien, Côte d'Ivoire und weitere
  • Pazifik: Französisch-Polynesien, Fidschi, Neukaledonien

In Europa ist Aedes albopictus (Tigermücke) in Teilen Süd- und Mitteleuropas inzwischen etabliert. Lokal übertragene Dengue-Fälle wurden bereits in Frankreich, Spanien, Italien und Kroatien verzeichnet – bislang in geringen Zahlen.

Symptome: Wie macht sich Dengue bemerkbar?

Die Inkubationszeit beträgt vier bis zehn Tage nach dem Mückenstich. Nicht jede Infektion verläuft symptomatisch – ein Teil bleibt unbemerkt.

Typische Symptome:

  • Plötzliches hohes Fieber (oft 39–40 °C)
  • Starke Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen – daher der historische Name „Knochenbrecherfieber"
  • Ausgeprägte Abgeschlagenheit und Erschöpfung
  • Bindehautrötung
  • Hautausschlag (tritt häufig am dritten bis fünften Krankheitstag auf)
  • Übelkeit und Erbrechen

Warnzeichen für schweren Verlauf (Alarm-Symptome nach Entfieberung): Innerhalb von 24–48 Stunden nach dem Fieberrückgang können bei einem Teil der Patienten schwere Komplikationen auftreten. Diese müssen sofort ärztlich behandelt werden:

  • Starke Bauchschmerzen oder Druckempfindlichkeit des Bauches
  • Anhaltendes Erbrechen
  • Blutungen (Zahnfleisch, Nase, Urin, Stuhl, Erbrochenes)
  • Atemnot
  • Plötzliche Blässe, Kältegefühl, starkes Schwitzen (Schockzeichen)
  • Starke Schläfrigkeit, Verwirrung oder Unruhe

Diese Warnzeichen signalisieren ein drohendes dengue-hämorrhagisches Fieber oder einen Dengue-Schock-Syndrom – medizinische Notfälle mit erhöhter Sterblichkeit.

Behandlung: Was hilft, was schadet

Es gibt keine spezifische antivirale Therapie gegen Dengue. Die Behandlung ist symptomatisch:

Erlaubt und empfohlen:

  • Viel Flüssigkeit (Wasser, elektrolytreiche Getränke, Kokoswasser)
  • Paracetamol zur Fieber- und Schmerzkontrolle
  • Bettruhe und Schonung
  • Ärztliche Überwachung bei schweren Verläufen

Nicht einnehmen:

  • Ibuprofen, Aspirin (ASS), Diclofenac und andere NSAIDs – diese hemmen die Blutgerinnung und erhöhen bei Dengue das Blutungsrisiko erheblich. Das ist einer der häufigsten Fehler, die Reisende machen.
  • Kortison ohne ärztliche Anordnung

Dengue und Arztbesuch: Wann ist er nötig?

Beim bloßen Verdacht auf Dengue – also hohes Fieber innerhalb von zwei Wochen nach Aufenthalt in einem Endemiegebiet – sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dies gilt besonders für:

  • Kinder und ältere Personen
  • Personen mit Vorerkrankungen (Diabetes, Herzerkrankungen, Nierenprobleme)
  • Personen, die möglicherweise bereits eine Dengue-Infektion hatten (erhöhtes Risiko für schwere Verläufe)
  • Bei einem oder mehreren der oben genannten Warnzeichen

Beim Arzt wird die Diagnose durch einen NS1-Antigentest (in den ersten Krankheitstagen) oder einen IgM/IgG-Antikörpertest (ab Tag 5) bestätigt. Das Blutbild zeigt typischerweise niedrige Thrombozyten (Blutplättchen).

Prävention: Was wirklich schützt

Da es keine wirksame Prophylaxe mit Medikamenten gibt und die Impfung für Erstinfizierte nicht empfohlen ist, ist konsequenter Mückenschutz die wichtigste Maßnahme.

Wichtig zu verstehen: Aedes-Mücken sind tagaktiv Im Gegensatz zu den Malaria-übertragenden Anopheles-Mücken stechen Aedes-Mücken hauptsächlich am frühen Morgen und am späten Nachmittag. Mückenschutz nur für den Abend reicht also nicht aus.

Wirksame Maßnahmen:

  • Repellentien: DEET (mind. 30 %) oder Icaridin auf alle unbedeckten Hautstellen auftragen – auch tagsüber. Produktbeispiele: Autan Active, Anti Brumm Forte, Jungle Formula
  • Kleidung: Helle, langärmlige Kleidung, besonders in den frühen Morgen- und späten Nachmittagsstunden
  • Unterkunft: Klimatisierte Zimmer oder Räume mit intakten Fliegengittern bevorzugen; Moskitonetz verwenden, wenn beides nicht verfügbar ist
  • Stehende Gewässer meiden: Aedes-Mücken brüten in kleinen Wasseransammlungen (Blumentöpfe, Wasserbehälter, verstopfte Regenrinnen)

Zur Dengue-Impfung

Es gibt seit einigen Jahren einen zugelassenen Dengue-Impfstoff (Dengvaxia). Er wird jedoch von der STIKO und der DTG nur für Personen mit nachgewiesener Vorinfektion empfohlen. Bei Erstinfizierten ohne vorherige Dengue-Infektion kann der Impfstoff das Risiko schwerer Verläufe bei einer späteren natürlichen Infektion erhöhen. Eine serologische Testung auf frühere Dengue-Infektion ist daher vor der Impfung notwendig.

Diagnose nach Rückkehr

Wer nach Rückkehr aus einem Endemiegebiet hohes Fieber bekommt – auch noch mehrere Wochen danach – sollte den Arzt explizit auf die Reise hinweisen. Dengue wird in Deutschland manchmal zunächst mit Grippe verwechselt. Ein Tropeninstitut oder tropenmedizinisch versierter Arzt ist für die Diagnostik und Behandlung am besten geeignet.

Dokumente und Notfallinfos griffbereit halten

Im Fall einer Dengue-Erkrankung im Ausland ist schneller Zugriff auf Versicherungsnachweis, Notfallkontakte und die nächste Klinik entscheidend. Journai speichert diese Informationen Ende-zu-Ende-verschlüsselt und offline auf dem Gerät – und zeigt eine Karte der nächstgelegenen Kliniken und Apotheken an, auch ohne Internetverbindung.

Fazit

Dengue-Fieber ist für Reisende nach Südostasien, Lateinamerika oder Afrika ein reales Risiko, das mit den richtigen Maßnahmen deutlich gesenkt werden kann. Die drei wichtigsten Regeln: Mückenschutz auch tagsüber, kein Ibuprofen oder Aspirin bei Dengue-Verdacht, und bei Warnzeichen sofort zum Arzt.


Quellen

Stand: April 2026. Angaben ohne Gewähr. Bei Symptomen immer ärztlichen Rat einholen.